Besson, Jacques, Theatrum oder Schawbuch allerley Werckzeug und Rüstungen

Table of contents

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[51.] Zuſatz.
[52.] Des Authoris Propoſition zu der 16. Figur.
[53.] Erklerung dieſer 16. Figur.
[54.] Zuſatz.
[55.] Des Authoris Propoſition zu der Siebentzehenden Figur.
[56.] Erklerung dieſer Siebentzehenden Figur.
[57.] Zuſatz.
[58.] Des Authoris Propoſition zu der Achtzehenden Figur.
[59.] Erklerung zur Achtzehenden Figur.
[60.] Zuſatz.
[61.] Des Authoris Propoſition zu der Neuntzehenden Figur.
[62.] Erklerung zur Neuntzehenden Figur.
[63.] Zuſatz.
[64.] Des Authoris Propoſition zu der Zwentzigſten Figur.
[65.] Erklerung dieſer Zwentzigſten Figur.
[66.] Zuſatz.
[67.] Des Authoris Propoſition zu der Ein vnd Zwentzigſten Figur.
[68.] Erklerung dieſer Ein vnd Zwentzigſten Figur.
[69.] Zuſatz.
[70.] Des Authoris Propoſition zu der Zwey vnd Zwentzigſten Figur.
[71.] Erklerung zur Zwey vnd zwentzigſten Figur.
[72.] Zuſatz.
[73.] Des Authoris Propoſition zu der Trey vnd Zwentzigſten Figur.
[74.] Erklerung zur Trey vnd Zwentzigſten Figur.
[75.] Zuſatz.
[76.] Des Authoris Propoſition zu der Vier vnd Zwentzigſten Figur.
[77.] Erklerung dieſer Vier vnd Zwentzigſten Figur.
[78.] Zuſatz.
[79.] Des Authoris Propoſition zu der Fünff vnd Zwentzigſten Figur.
[80.] Erklerung dieſer Fünff vnd Zwentzigſten Figur.
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98 133[Figure 133]
Des Authoris Propoſition zu der
Dier
vnd Viertzigſten Figur.
Ein andre newerfundene Rüſtung/ mit der man ohne vnterlaß/ auß einem jeden Brunnen/ ohne hülff
einiger
Rören oder Pumpẽ/ allein durch bewegung einer Wag/ Waſſers genugſam ſchöpffen kan.
Erklerung dieſer Vier vnd Viertzigſten Figur.
ICH wil erkleren/ was man an diſer für gemalten Figur vor Augen ſihet: das alles
nicht
einen geringen nutz hat:
weil zwen Menſchen einen tag vber/ ſehr vil Waſſers damit ſchöpffen
fönnen
.
So ſihet man nun bey der Mittagsliny/ am Boden des Brunnens/ eine bewegliche Wel-
len
/ vnd eine andre dergleichen vber dem Brunnen gegen Mitternacht wertz/ vnd gehet vmb beyde
eine
Ketten/ mit beyden Enden an einander gehenckt/ alſo daß ſie kein end oder drumb hat.
An diſer
Ketten
hencken vil Aymer/ die für vnd für/ ohne auffhören auff vnnd ab können gezogen werden/
wann
man nur die vrſach der bewegung verſtehet.
Dieſelbe beruhet auff diſen folgenden dingen. An
dem
Geſtell des Brunnens ſein trey Ar/ vnter denen die mittler iſt von der Mittags liny ferr 2.
Menſ. 22. Part. Vnd an
diſer
/ iſt die Wellen (davon jetzt geſagt) gegen Auffgang.
Auch iſt eben an diſer Art gegen Nidergang ein Kampff oder
Trib
/ vnd diſe Ar hat jhre ſtete gleichförmige bewegung:
Die andre zwo aber drehen ſich nur halb herumb: vnd ſein an
denſelben
gegen Nidergang zwey Reder/ die haben an jhrem halben euſſern Rand krumme Zäne wie Klawen.
Auff der
ſeiten
gegen Auffgang ſein andre zwey Redlin gleichesfals/ auff den halben theil zänicht/ oder gekerbet/ an deren einem
hengt
die Wag/ durch welcher bewegung daſſelbe hin vnd her gedrehet wird.
Wann nun die Wag getriben geſtoſſen
wird
/ſo bewegt ſich auch das andre alles.
Vnd ob wol ſich die euſſern Ar nur halb vmbdrehen/ſo drehen ſie doch/ durch
hülff
der Zäne an dẽ Redern/ die in die Kampff oder Trib/ hinein gehen/ die mittler Ar ohne vnterlaß/ gantz vnd gar her
umb
/ dieweil die gekerbten Reder eines das andre treibet/ welches einer der ſolchs mit fleiß zuerfahren vnd zu probieren
begeret
/ nicht verachten wirdt.
ES iſt gewißlich diſe bewegung/ die das Waſſer auß der tieffe deß Brunnen ſchöpffet/ mit ſonderer Kunſt vnnd
fleiß
erſunden.
Dann die zwey Reder/ welche an jhrem halben Rand/ die krummen Klawen oder Zäne haben/
treiben
auff vnterſchiedliche weiß die Kampff oder Trib herumb:
das dann auß diſer vrſach geſchicht/ dieweil/
wann
ſie ſich bewegen/ das eine auff diſe/ das ander auß die andre ſeiten treibet.
Dann wann zwey Reder beyde auff eine
ſeiten
ſolten vmbgedrehet werden/ were nicht vonnötẽ/ daß eines das andre triebe/ſonder könten beyde von einẽ Kampff
oder
Trib getriben werden.
Welches man wol mercken muß: wann man diſe herrliche ſchöne erfindung mit dem Ver-
ſtand
erreichen wil.
Vber dem Loch oder Rachen des Brunnens/ ift ein Geſtell von vier Seulen/ die das Tach tragen/
in
maſſen die Figur außweiſet/ die ſein mit etlichen zwerchhöltzern aneinander gehenget:
deren zwey tragen dietrey Ar/
alſo
das jhre Angel ſich in den zwerchhöltzern vmbdrehen.
Diſe Ar haben jhre Reder/ Wellen/ Kampff vnd Ketten/ wie
vnſer
Außleger angezeigt/ vnd alhie zu widerholen ohne not iſt:
Sonder diß allein zuſagen/ daß die Wag von einem ei-
nigen
Menſchen könne bewegt werden/ der ſtoſſet oder treibt ſie von Mittag gegen Mitternacht/ der geſtalt/ damit das
Rad
/ daran die Art angehefftet/ das andre Rad gegen vber bewege/ daſſelbe drehet hernach mit den krummen Zänen/
damit
das andre Rädlein an diſer Art geſtaffieret iſt/ den Kampff oder Trib/ an der mittlerin Art ſtetigs vmb:
gleich
wie
auch ebner maſſen das andre Rad mit ſeinen krummen Zänen/ von Mitternacht gegen Mittag den obberührten
Kampff
vmbdrehet.
Machen alſo die zwey euſſern gekerbte Reder/ an denen die Wag hangt/ das die andern zwey zä-
nichte
Reder/ eines vmbs ander ſeine Zäne in den Kampff einlaſſen/ der geſtalt/ wann das eine zänichte Rade den
Kampff
oder Trib halb herumb gedrehet hat/ daß es das ander auch halb herumb drehet/ vnd alſo gar ſcheubs herumb
s
edrehet wirdt/ vnd diſes ſo lang vnd vil die Wag den gantzen kreyß vollendet.
Endlich iſt auch diß in ſonderheit an di-
ſer
Machina in acht zuhaben/ daß die Aymer nimmermehr zu ruck gehen/ſonder allezeit vber ſich begeren.
So ſie nun
herauff
kommen/ müſſen ſie von jemand/ oder ja von dem/ der die Wag zeucht/ außgelehret werden.
134[Figure 134]

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