Besson, Jacques, Theatrum oder Schawbuch allerley Werckzeug und Rüstungen

Table of contents

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[91.] Des Aluthoris Propoſition zu der Neun vnd Zwentzigſten Figur.
[92.] Erklerung dieſer Neun vnd Zwentzigſten Figur.
[93.] Zuſatz.
[94.] Des Authoris Propoſition zu der Treyſſıgſten Figur.
[95.] Erklerung zur Treyſſigſten Figur.
[96.] Zuſatz.
[97.] Des Authoris Propoſition zu der Ein vnd Treyſſtgſten Figur.
[98.] Erklerung zur Ein vnd Treyſſigſten Figur.
[99.] Zuſatz.
[100.] Des Authoris Propoſition zu der Zwey vnd Treyſſigſten Figur.
[101.] Erklerung dieſer Zwey vnd Treyſſigſten Figur.
[102.] Zuſatz.
[103.] Des Authoris Propoſition zu der Trey vnd Treyſſigſten Figur.
[104.] Erklerung dieſer Trey vnd Treyſſigſten Figur.
[105.] Zuſatz.
[106.] Des Authoris Propoſition zu der Vier vnd Treyſſigſten Figur.
[107.] Erklerung zur Vier vnd Treyſſigſten Figur.
[108.] Zuſatz.
[109.] Des Authoris Propoſition zu der Fünff vnd Treyſſigſten Figur.
[110.] Erklerung zur Fünff vnd Treyſſigſten Figur.
[111.] Zuſatz.
[112.] Des Authoris Propoſition zu der Sechs vnd Treyſſigſten Figur.
[113.] Erklerung dieſer Sechs vnd Treyſſigſten Figur.
[114.] Zuſatz.
[115.] Des Authoris Propoſition zu der Sieben vnd Treyſſigſten Figur.
[116.] Erklerung dieſer Sieben vnd Treyſſigſten Figur.
[117.] Zuſatz.
[118.] Des Authoris Propoſition zu der Acht vnd Treyſſigſten Figur.
[119.] Erklerung zur Acht vnd Treyſſigſten Figur.
[120.] Zuſatz.
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20 22[Figure 22]
Des Authoris Vropoſition zu der
Fünfften
Figur.
Ein newer allgemeiner Zirckel/ mit welchem man in einem zug die Figur cinem Ey gleich reiſſen kan/
der
geſtalt daß derſelben Diameter (oder die Liny/ ſo die Figur in mitten von einander theilet) lang
oder
kurtz ſey/ vnangeſehen die Figur lenglich/ oder zuſam gedrucket/ gemalet werde.
Erklerung dieſer Fünfften Figur.
DIeſer Zirckel hat auch etwas mit den vorigen gemein: Nemblich den vnbeweglichen
Schenckel
/ vnd den obern beweglichen Arm:
auch die zwey Richtſcheit/ die von Mitnacht/ gegẽ Mit-
tag
/ dern Sehenckel gleich/ abwertz gehen:
Das vbrig iſt diſes Zirckels eigen. Dann er hat gegen dem
Mittag
einen Arm dem obern gleich hindan geſtrecket/ alſo daß er an einem Ort ſo weit vom ſelben
ſey
als am andern.
Darnach ſein an dem vnbeweglichen Schenckel zwo Kugel/ deren die erſte von den
ſpitzen
iſt/ 1.
Menſ. 7. part. die ander von diſer auffwertz/ widerumb 1. Menſ. 2. part. Vmb diſe Kugel
werden
frey beweget zwo runde Scheiben/ einer zimlichen dicke/ damit das jnner theil/ der dabey ge-
malten
Schrauben/ in ſeine dicke hinein gehen möge/ vnd beyde Scheiben/ nach dem willen des Werckmans/ richten.

In
mitten der beyden Scheiben/ iſt eine höle alſo außgearbeitet/ daß das vntere theil breiter ſey dann das obere/ nach
geſtalt
eines Schwalbenſchwantz:
In dieſelbe wirdt gerichtet ein viereckicht Corpus/ einem Würffel gleich/ das auch
frey
vmb den vnbeweglichen Schenckel kan beweget werden.
Auß beyden diſen Würffeln der beyden Scheiben gehen
zwen
Arm einander gleich/ auch an allen orten gleich weit von einander ſtehend/ die haben in der mitten eine Klufft/ in
welcher
das mitler Richtſcheid/ mit ſeiner beweglichen ſpitz/ ohne bindernuß kan hin vnd her gezogen werden:
Deſſen be-
wegung
gegen dem Mittel oder dem Schenckel/ wirdt herzu gedrucket durch hilff des gehäuſes/ in welchem die Schrau-
ben
ſtecken/ darzu dienſtlich/ damit die bewrgung beſtendig gehalten werde.
Das vbrige gehört allein zur ſterck diſes In-
ſtruments
.
So nun das bewegliche vmb das vnbewegliche bewegt wirdt/ gibt es eine Figur wie ein Ey: doch daß die
Scheiben
alſo gerichtet ſein/ das ein theil höher/ das ander nidriger ſey.
Werden alſo die Scheidlinien/ Diametri ge-
nannt
/ auff der Fleche (auff welcher der vnbewegliche Schenckel/ gerad naeh dem Winckelmaß muß auffgerichter
ſein
) entweder gröſſer oder kleiner ſein/ nach dem die Scheiben erhöcht oder rnidert werden. Welchs ein jeder der diſe
ding
mit der erfahrung fleiſſig nachgeht leichtlich ſehen wirdt.
DIe Figur eines Eys wirdt ſo für anſehlich vnd ſchön gehalten/ daß man ſie etwa vil/ vnd auff mancherley art/
in
den gebäwen findet:
vnd ſein zwar ſchn vil weiß dieſelbe zu formieren in offenem druck/ zum theil aber nich
mit
rechter ordnung erfunden/ eins theils aber gar ſchwer/ vnd einer groſſen mühe/ eins theils auch ſchedlich/
alſo
daß offt ein Werck/ das diſe ſchöne form eines Eys haben ſolte/ verderbt vnd verſtumpelt wird.
Diſen beſchwärun-
gen
allẽ/ hilfft diſer wunderbare künſtliche Zirckel.
Es iſt aber in demſelbẽ noch diſes in ache zu habẽ/ das die Schrau-
ben
die in dem Würffel ſteckend geſehen wirdt/ gantz vnd gar keinen nutz gebe.
Dann derſelbe würffel/ vnd der darauß
gehende
Arm/ durch welchen das mitler Richtſcheit herab gehet/ ſollen von einem gantzen vnzertheilten Holtz gemache
ſein
/ wie auß dem hiebey geſetzten gemäl/ kan abgenommen werden.
Ferner ſo muß diß Richtſcheit/ in diſen zweyen Ar-
men
durch die es herab gehet/ darumb frey/ vnd ohne hinderung bewegt werden können/ damit es ſich leichtlich nahend
oder
ferr von dem vnbeweglichen Schenckel/ im herumb ziehen/ rucken laſſe/ von den Scheiben/ die an einem Ort hoch
an
dem andern nider ſein.
Dann wann ſie gleich ſtunden/ das iſt/ wann ſie von der Fleche/ darauff die Figur ſolle geriſ-
ſen
werden/ an einem ort ſo hoch erhöcht weren/ als am andern/ wurde ein runde Zirckel Figur gemalet.
Dieweil ſi
aber
an einẽ ort erhöcht/ am andern etwas nider geneigt ſein/ müſſen auch die Diametri oder Schidlinien/ an dem ort/
da
die Circumferentz zu dem Fuß des Schenckels/ der das mittel iſt/ neher hinzu kommet/ etwas kürtzer ſich enden.
End-
lich
ſo ſolle das euſſere Richtſcheit/ gegen dem Nidergang ſtehend/ viereckicht/ vnd an den vntern Arm/ gegen dem Mit-
tag
/ mit einer Schrauben angehefftet ſein/ ebner maſſen wie ſie an den obern Mittnächtiſchen Arm/ als wir ſehen/ an-
ge
hefftet iſt.
23[Figure 23]

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