Besson, Jacques, Theatrum oder Schawbuch allerley Werckzeug und Rüstungen

List of thumbnails

< >
121
121
122
122
123
123
124
124
125
125
126
126
127
127
128
128
129
129
130
130
< >
page |< < of 136 > >|
62 81[Figure 81]
Des Aluthoris Propoſition zu der
Sechs
vnd Zwentzigſten Figur.
Ein newe art einer Malmül/ mit welcher durch wenig Menſchen ſo vil kan gemalet werden/ als ſon-
ſten
zwo andre vom Wind oder Waſſer getrıbne Mülen malen können.
Erklerung zur Sechs vnd Zwentzigſten Figur.
DEr rechte verſtand diſer Dropoſition/ ligt allein an dem/ daß man gleichſam mit Fin-
gern
auff die Figur deute.
Damit wir nun ein ſtuck nach dem andern für Augẽ ſtellen/ ſo iſt fürs erſte
zuwiſſen
/ daß alle macht der bewegung an dem groſſen Rade lige/ welches durch hülff der andern/ ſeh-
viel
zu diſem Mülwerck dienet.
So ſtehet auff einer Fleche oder Ebne das gantze Gebew der Mül/
vnd
der Haſpel der gegen Mittag wertz geſehen wirdt/ der hat ſolgende ſtucke/ nemblich zwen Reder/
vnd
in der mitt eine Werbel/ an welcher Werbel/ wie auch an dem euſſern Rand des groſſen Rades/
gehet
eine Ketten/ ebnermaſſen/ wie die Reffſchnur/ an der Weiber Spinredern vnd Geſpül.
An den
euſſern
theilen der Art deß gröſſern Rades/ ſein zwey kleine Reder/ eines gegen Auffgang/ das ander gegen Nidergang/
mit
Hand heben/ wie in den vorgehenden Propoſitionen angezeigt:
Welches alles ein ſolche hefftige bewegung vervr-
ſachet
/ daß ein geſchwindere vnd gröſſere nicht wol ſein kan.
Was ferner zur andern ſtück bewegung dienet/ das iſt/ wie
in
den gemeinen Mülen.
Wer nun dieſlben geſehen/ wirdt diß leichtlich verſtehen.
ES ſein aber gleichwol diſe ſtuck ſo diſer Außleger alhie vberſchreittet/ wol werdt/ daß man ſie auch erklere/ zum
theil
damit deß Leſers verlangen ein benügen beſchehe/ zum theil/ dieweil ſie auch etwas beſonders haben/ das in
den
gemeinẽ Mülen keines weges gebräuchlich iſt.
So ſein nun an der Art des groſſen Rades zwen kleine Kamb-
reder
/ deren deß einen Centrũ oder mitte 1. Menf. 6. Part. vom Auffgang/ das andre aber vom Nidergang 1. Menſ. trey
ein halb Part.
ferr ſthet: ſein beyde feſt/ vnbeweglich an d Art angehefftet: treibẽ auch; wẽ Kampff oder Trieb/
welche
an dem vntern theil der runden Balcken oder Höltzer ſein.
Dann auff derſelben oberem theil ligen die Mülſtein/
die
werden in gleicher gelch windigfeit mit den Kämpffen herumb gedrehet.
Ferner ſo haben diſe Balcken an jhrem vn-
terſten
theil gegen Mittag jhre Angel/ an welchen ſie fich/ auff die drunter gerichtete Stützel oder Füſſe geſetzt/ herumb
drehen
.
Diſer Stützel oder Fuſſe iſt der eine 1. Menſ. von der Liny des Auffgangs/ der ander auch 1. Menſ. von der Liny
dcß
Nidergangs/ vnd ſein/ wie zuſehen von vnten/ oder abwertz zwifach/ oben aber mit einem Holtz zuſam gefüget/ auff
daß
zwiſchen jhnen vnter diſem Holtz/ mit dem ſie zuſam gefüget ſein/ deß groſſen Rades Art frey könne herdurch gehn.

Wer
nun diſe Rüſtung vnd Gebew verſtchet/ der wirdt auch der bewegung bald war nemmen/ welche fürnemblich von
der
Ketten/ davon hieoben geſagt:
darnach auch von der bewegung der Reder/ die durch die Werckleut ſtarck vmbge-
trieben
werden/ herkommet.
82[Figure 82]

Text layer

  • Dictionary

Text normalization

  • Original
  • Regularized
  • Normalized

Search


  • Exact
  • All forms
  • Fulltext index
  • Morphological index